Ein Hobby, das klingelt
Gedenkmünzen sind nicht nur eine schöne Erinnerung, sondern auch eine gute Geldanlage
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Wenn sich vor den Kassen der BNB eine lange Schlange bildet, bedeutet das längst nicht mehr, dass die finanzielle Sicherheit des Landes bedroht ist. Höchstwahrscheinlich ist eine neue Gedenkmünze erschienen, die nicht nur die Aufmerksamkeit der Numismatiker auf sich zieht. In den letzten Jahren kaufen immer mehr Menschen Münzen als Geschenk für Angehörige oder Geschäftspartner – ein Geschenk, das sich mit der Zeit als gewinnbringende Geldanlage erweist.
Das Interesse an Gedenkmünzen ist beständig. „Die attraktivsten sind gewöhnlich in zwei, drei Tagen ausverkauft“, sagt Zwetan Mantschew, Vizegouverneur der Bulgarischen Nationalbank und zuständig für die Hauptabteilung „Emission“. Die BNB stellt den Großteil der Gedenkmünzen auf dem bulgarischen Markt, auf dem auch Produkte ausländischer Münzstätten angeboten werden. Nach Mantschews Worten gibt es im Land etwa 1000 bis 3000 Sammler. Da die Bank Münzen in größeren Auflagen ausgibt, gibt es offensichtlich eine große Gruppe von Menschen, die kaufen, ohne Sammler zu sein.
Die neuen Pendari
„In Bulgarien wurzelt der Kauf von Gedenkmünzen in der alten Tradition, zu wichtigen Anlässen im Leben Münzen zu verschenken“, erklärt Valentina Grigorowa-Gentschewa, Direktorin „Gold und Numismatik“ der Ersten Investitionsbank, die vor Kurzem eine Serie neuseeländischer Gedenkmünzen auf den Markt gebracht hat. Deshalb kauft der größere Teil der Kunden als Geschenk oder als bleibenden Familienwert – geleitet von Erinnerungen an die bulgarische Literatur oder an Familiengeschichten über Napoleondor oder durchbohrte Pendari (alte Goldmünzen, die als Schmuck getragen wurden). Serien mit christlichen Themen oder solche, die einem Ereignis oder Feiertag gewidmet sind, werden in größeren Auflagen verkauft. Sie eignen sich als Geschenk und stoßen bei einfachen Leuten auf größeres Interesse. Wenn der kleine Goschko eine Münze mit dem heiligen Georg dem Siegreichen geschenkt bekommt, kann sich das als lohnendere Geldanlage erweisen als die Aktien eines Unternehmens.
Ein Geschenk als Geldanlage
Gedenkmünzen bieten eine Gewinnchance, denn mit der Zeit können einige kleinere und seltene Serien auf dem Sekundärmarkt ihren Ausgabepreis und ihren Metallwert um ein Vielfaches übersteigen. Ein Beispiel für eine Münze, die ihren Ausgabepreis von 500 Lewa übertroffen hat, ist der „Goldene bulgarische Lew“ mit dem Bildnis des heiligen Iwan von Rila (Auflage 2000 Stück, Nennwert 1 Lew). Er ist selbst auf dem Sekundärmarkt schwer zu finden – ebenso wie die große Ausführung der Goldmünze zu Ehren des heiligen Georg des Siegreichen. Sie wurde in diesem Jahr zum Georgstag für 470 Lewa ausgegeben (Nennwert 100 Lewa, Auflage 1500 Stück). „Für beide Münzen werden derzeit Beträge über 1000 Lewa geboten“, erklärt Valentina Grigorowa-Gentschewa.
Interessant für Sammler und jüngere Menschen ist auch die erste Serie bulgarischer kolorierter Münzen aus Kupfer und Nickel – „Surwakari“, „Meine Kindheit“, „Palmsonntag“ und „Baba Marta“. Solche Münzen werden wegen der aufwendigen Herstellung selten geprägt, doch die Verbindung von Relief und Farbe macht sie schöner und attraktiver. Im Internet finden sich zudem leicht Händler, vor allem ausländische, die bulgarische Münzen teurer verkaufen, obwohl deren Auflagen noch nicht einmal vergriffen sind. So verkauft das amerikanische Unternehmen PandaAmerica auf seiner Website die Goldmünze von 1965 zur slawischen Schrift für 614 Dollar. Dieselbe Münze kostet bei der BNB 698 Lewa inklusive Mehrwertsteuer. An den Kassen der BNB werden außerdem noch ältere silberne Gedenkmünzen verkauft, deren Preis fast dem Wert des enthaltenen Metalls entspricht – das macht sie für eine reine Silberanlage besonders attraktiv.
Münzen mit Zukunft
Das Internet ermöglicht es dem Markt, sich zu entwickeln und auszuweiten. „Die Emittenten setzen auf kleinere Serien, und das schafft Möglichkeiten für einen Sekundärmarkt“, erklärt Zwetan Mantschew. Die BNB-Serien mit 50 000 bis 300 000 Stück gehören ebenfalls der Vergangenheit an; heute setzt man auf Auflagen zwischen 4000 und 14 000–15 000 Stück. Traditionell gibt die Bank jedes Jahr drei bis fünf neue Münzen aus, darunter fast immer eine goldene. Nach den Regeln der weltweiten Münzprägung werden Auflage und Verkaufspreis öffentlich bekannt gegeben und nicht verändert. Bei der Wahl der Motive stützt sich die BNB auch auf die öffentliche Meinung, erklärt Mantschew: An den letzten Online-Umfragen der Bank nahmen 7000 bis 10 000 Menschen teil. Bulgarische Gedenkmünzen sind nach Angaben der Zentralbank auch in den Filialen der Ersten Investitionsbank, der Zentralen Genossenschaftsbank, der SIBank, der Gemeindebank, der Investbank, der Bank DSK und der Eurobank EFG Bulgarien erhältlich.
Aus dem Bulgarischen übersetzt von der Redaktion von BulgarianCoins. Preise in Lewa, Stand 2008.


